28 Apr

Bäckerei im Wandel 

Was ist die letzten Tage passiert?

Freitag haben wir den Tag in dem Dorf (circa eine Stunde entfernt) verbracht. Schon im Vorfeld haben wir uns auf eine leckere Eiscreme gefreut. 

Das kleine Dorf verfügt über einen schönen Palast und umliegende alte Häuser. Wir streiften durch die Straßen auf der Suche nach einer Gelaterie. Als wir sie gefunden haben war unsere Vorfreude groß. Der Laden ist im Internet bekannt, da er die ältestem Eissorten beherbergt. Doch als wir vor dem Schaufenster standen wir uns auf das der Laden geschlossen war. Wir wollten gerade wieder gehen als im Innenhof ein Geräusch zu hören war. Neugierig schlich mir langsam in den in Hof. Mehrere Autos, die mit Eiscreme verpackt waren, machten sich auf den Weg um ihre Ware an den Mann zu bringen. Nach einem kurzen Augenkontakt kamen wir näher um zu fragen, ob wir eine Eiscreme kaufen können. Wie froh waren wir, als wir sie in unseren Händen hielten. Doch der erste bist ließ mich erschreckt. Das war nicht die Eiscreme, die ich kannte. Ich war durch Italien etwas anderes gewöhnt. Etwas traurig fuhren wir abends zurück. 

Am nächsten Tag machten wir uns auf zum Flohmarkt. In dieser Region sind wöchentliche Flohmärkte keine Seltenheit. Doch schon nach 5 Minuten fing es stark an zu regnen. So ließen wir schnell den Flohmarkt hinter uns, um nach Hause zu fahren, den Kamin anzufeuern und einen netten Film zu gucken. Die weiteren Tage verliefen ähnlich, das Wetter wurde immer schlechter. Ein kalter Wind zug übers Land und wird auch vor erst nicht vergehen. 

Anfang der Woche haben wir mit dem Fliesen abklopfen in der Bäckerei begonnen. 


Die ehemalige Bäckerei soll nun einem Bed-and- Breakfest- Appartement weichen. Dafür müssen die Fliesen von der Wand geklopft werden nach dem wir die Technik raus hatten ging alles etwas schneller. Trotzdem ist die Arbeit sehr anstrengend und macht schnell müde. 


Die Jungen (Lukas und Zoran) haben die Zeit genutzt um einen Weg vom Haupthaus zum Bäckerei zu zementieren. Zwar sind Sie damit noch nicht fertig. Aber das Grundgerüst steht schon einmal. Alles ist also im Wandel, und ich bin ein Teil davon. 

23 Apr

Alle Kinder kommt zu Tisch…

Eine neue Workawayerin ist zu uns gestoßen. Easy kommt aus Brasilien und möchte hier gerne über Landwirtschaft und die Leute mehr lernen. Willkommen geheißen wird sie mit einem wunderschönen Frühstück alla glutenfrei. 

Danach fangen wir an zu arbeiten die nächsten paar Tage werden wir auf dem Feld verbringen, das Land umpflügen und die ersten Kartoffel reinsetzen. Das Wetter ist ausgezeichnet dafür und wir freuen uns unseres Lebens und unserer Kraft.

Am Nachmittag machen wir einen langen Spaziergang (10 km) und dafür brauchen wir nur 2 Stunden. Der Weg ist atemberaubend. Er geleitet uns durch einen wunderschönen Wald und durch alte Dörfer. Es ist toll die Natur zu beobachten und zu merken, dass nun eine neue Jahreszeit anbricht. Die Vögel zwitschern eifrig und sind ganz laut und aufgeregt. Ein herrlicher Duft liegt in der Luft. Er hat etwas belebendes! Und auch das grün, dass ich überall erblicken kann, erfüllt mich mit wahrer Freude. Es ist schön der Natur so nah zu sein.
Die Mittagsmahlzeit sind für mich etwas ganz besonderes. Es gibt verschiedene Aufläufe, glutenfreie Pizza oder auch Pasta mit leckeren Saucen. 


Was mich so interessiert an den Mahlzeiten ist, dass sie ohne Salz und Zucker auskommen. Das ist auch nicht in den Kuchen und Keksen von Sam enthalten. Alles ist hier zuckerfrei und trotzdem unheimlich lecker. Die süße in ihren Produkten schafft sie über natürliche Zusätze: wie zum Beispiel Datteln, Banane oder Honig. Die Produkte haben dadurch einen ganz anderen Geschmack und gefallen mir wesentlich besser. Zwischen Mittagessen und Abendbrot gibt es eine kleine Pause mit Keksen oder Kuchen und dazu einen leckeren Tee. Schon beim ersten Versuch habe ich mich in den Schokoladenkuchen verliebt. 


Er hat einen dunkleren Boden der aus Nüssen und Datteln besteht und eine zweite Schicht Schokolade-Füllung. Dafür verwendet sie meistens Back-Kakao und fügt keinen Zucker hinzu. Ich hoffe, dass wenn ich den Weg nach Hause antrete, ich viele Rezepte in meinem Buch zu stehen habe und ich eine Menge von Tipps und Tricks gelernt habe. Die mich auf meinem Weg begleiten werden. So eine Erfahrung, die ich hier sammel hab ich mir die ganze Zeit gewünscht. Neue Rezepte ausprobieren und mit anderen Menschen Ideen teilen und neu entwerfen. So haben wir heute Möhren Chips gemacht. Die waren eine wunderbare Unterstützung zu unserem Filmabend. Denn heute ist das Wetter aus gesprochen schlecht. Ein kalter Wind weht über das Land und der Regen wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Da heißt es nur unter die Decke kriechen und alte Indianer Jones Filme gucken. Die Chips natürlich immer an der Seite.

15 Apr

Auf zur nächsten Farm oder zurück nach Berlin?

Morgen geht es weiter zu meiner nächsten Farm und ich bin schon sehr gespannt. Im Vorhinein habe ich mit Samantha telefoniert. Zusammen mit Zoran haben sie vor 6 Jahren ein Stück Land gekauft und in einem kleinen Wohnwagen geschlafen. Doch schon nach kurzer Zeit begannen sie die Bäckerei auszubauen. Später folgte ihr jetziges Haus. 

Sie wirkte am Telefon sehr nett und mit Freude unterstützt sie mich bei der Suche nach einem „Blablacar“.

Doch als ich diesen Morgen aufwache, fühlt sich mein Körper schwach an und mein Unterleib spannt. Nachdem ich einen Spaziergang mache, fühle ich mich nicht wirklich besser. Mir ist schlecht und mittlerweile ist mein Bauch prall aufgebläht. Was ist da los? 

Nachdem Abendbrot steigt in mir Zweifel auf. Kann ich so weiterreisen? Wie soll ich meinen Rucksack tragen können? 

Ich spreche mit Daniele, ob es besser ist nach Hause zu fahren. Dort kenne ich meine Ärzte und kann mich zuhause eventuell auskorieren. Ich schaue nach Flug nach Berlin und bin schon fast am abreisen, als ich mit meiner Mama telefoniere. Sie kann mich beruhigen und rät mir, erst einmal den kurzer Weg zu gehen. Also zur nächsten Farm. Als Vorbereitung für den nächsten Tag gehe ich früh ins Bett. Ich hoffe, dass meine Kräfte wieder den Weg zu mir zurück finden und ich morgen in ein neues Abenteuer starten kann. 

13 Apr

Ausflug nach Avignon 

Da ich die letzten Tage mit der Arbeit am Dach beschäftigt war, hatte ich keine Zeit mir die Stadt die ich momentan besuche genauer anzusehen. Doch heute ist mein freier Tag. Als ich aufwache war der Himmel verzogen und dunkle Wolken machen den Tag zur Nacht. Ein wenig griesgrämig sitze ich am Tisch und frühstücke. 

Den Vormittag nutze ich zum planen. Meine Reise geht am Freitag weiter nach Bouconville. Ein sehr kleiner Ort im Norden. Ich werde mit einem „blablacar „(Mitfahrgelegenheit) nach Reims fahren, wo ich dann abgeholt werde. Die Fahrt dauert ca. 6 Stunden. Ich komme also mit in der Nacht an, da das Auto um 17 Uhr von Orange startet.

Nach einem leckeren Mittag mache ich mich auf die Socken. Denn auch die Sonne lässt sich jetzt blicken.

Auf dem Weg ins Zentrum merke ich wie müde mein Körper von der Arbeit noch ist. Es würde also keine großer Ausflug! 

Als ich an der „Pant d’Agivnon“ (Brücke von Agivnon) ankam, entsetzt mich der Eintrittspreis. 5 Euro um eine HALBE Brücke zu betreten. Man kommt doch nicht mal auf die andere Seite. Die Franzosen…Die Brücke ist zwar für ihre zerstörte Seite in ganz Frankreich bekannt und spielt auch in vielen französischen Liedern eine Rolle, aber sie sieht auch von unten interessant aus.

Ich wende mich zum gehen, als mich ein älterer Mann anspricht (ca.60 Jahre alt). Aus Reflexs antworte ich auf italienisch, dass ich noch keine Französisch kann. Er fragt mich weiter aus, bis er mich nach 2 Minuten zum Kaffee einlädt. Ich lehne dankbar ab und gehe. 

In solchen Momenten frage ich mich, was in den Köpfen dieser Männer vor sich geht. Laden sie eine Frau ein, weil sie daran interessiert sind, neue Leute kennenzulernen oder passiert das immer mit einem Hintergedanken?

Nach einer Weile die ich am Ufer langgegangen bin, nahm ich die aufziehenden Wolken erst richtig war und kehrte um. 

Zwar kam ich nicht ganz trocken nach „Hause“, aber die warme Dusche ließ mich schnell alles vergessen.

10 Apr

Heute habe ich mit Daniele und seinen Freunden einen Ausflug in die Natur gemacht. Dafür haben wir frühs schon unser Mittagessen vorbereitet und 2 Liter Wasser im Rucksack verstaut. 

Um 10:30 Uhr trafen wir uns alle vor Elisas Haus und teilen uns auf die Autos auf. Die Fahrt in der Naturschutzgebiete dauerte 45 min. Doch es hat sich gelohnt!

Der Weg führte durch eine Felsspalte und durch einen Art Urwald. Man kommt die Vögel singen hören und die schönesten Farben erblicken. 

    
  Manchmal hätte man das Gefühl, da sei gar kein Weg. Doch wenn man nur ein paar Schritte mehr machte, erkannte man die geheime Wegabzweigung.   

Als wir eine Stunde gelaufen waren, kamen wir an einen Felsenvorsprung. Von dem aus man eine einzige Aussicht hatte.
  So nutzen wir die Ruhe und die Aussicht für ein kleines Picknick. Untereinander tauschten wir unsere Mahlzeiten aus und probierten uns durch. Danach kehrte Ruhe ein und wir legten uns unter die Bäume, um die Augen für eine Weile zu schließen. 

Nach unserem Schläfchen, machten wir uns wieder auf die Socken. Abends „zuhause “ angekommen, war ich hundemüde und fiel ins Bett. Morgen beginnt die Arbeit am Dach. Ich bin gespannt! 

08 Apr

Ein neues Beet, bitte!

Die Nacht war wunderbar entspannt und die Sonne weckte mich mit ihren Sonnenstrahlen die durch das Dachfenster fielen. Nach einem kleinen Frühstück ging es schon an die Arbeit. Daniele möchte gerne Wein zu Verschönerung und für den Geschmack anbauen. Dafür waren tiefe Löcher erforderlich, die ich aushob.

Im hinteren Teil des Garten gab es eine Ansammlung von Holz, Kork und Dinge zum wegschmeißen. Meine nächste Aufgabe war das Sortieren der einzelnen Bestandteile. Was ich auch bis zum Mittagessen fertig hatte.

Später ging ich Einkaufen und kämpfte mich durch die Reihen, aber ich war auch froh als ich den laden hinter mir gelassen hatte. Das ich die Sprache nicht beherrsche machte mich sehr nervös. „Daheim“ angekommen, begann ich die Ziegelsteine aus der Erde zu buddeln. und eine neue Begrenzung zu bauen. Das Beet grub ich einmal tüchtig um und setzte neue Pflanzen hinein.

Das Ergebnis:

 

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So endete mein erster Tag mit einem neuen Beet, womit ich sehr zufrieden war.

07 Apr

Frankreich begrüßt mich mit Sonnenschein

Mich zu verabschieden, ist jedes Mal wieder eine Überwindung. Aber ohne einen Abschied kann es auch kein Wiedersehen geben und so mache ich mich heute wieder einmal auf dem Weg zum Flughafen. Auf den Weg nach zum Gate lernte ich einen jungen Mann kennen, der aus Neapel kommt. Wir sprachen über Italien und mir fiel auf, wie sehr ich es doch vermisste. Da Marco schnell zu seinem Gate musste, konnten wir keine Adressen austauschen.

Vor dem Einstieg fragte ich eine Frau, ob sie wüsste wie ich nach Avignon kommen würde. Ich hatte bei der Kontrolle bemerkt, dass sie Französin ist und hoffe darauf das sie ein wenig englisch könnte. Sie antwortete mir in einem perfekten deutsch und wir kamen ins Gespräch. Nachdem Flug trafen wir uns an der Gepäckausgabe wieder und fuhren gemeinsam nach Lyon rein. Es war das erste Mal, dass ich geschockt über die Preise war. Denn ein Ticket in die Innenstadt, die Fahrt dauerte ca. 30 Min., kostete 15€. Da es aber keine anderen Verbindungen gab, war es die einzige Möglichkeit von Flughafen weg zu kommen.

Bevor ich mein Zug nach Avignon nahm verabschiedete ich mich von Gaelle und bedankte mich. Ich stieg in meinen Zug und suchte nach einen Platz für mich. Keine 30 Minuten später rollte der Zug durch die Landschaft und ein junger Mann mir gegenüber, spielte leise auf seiner Gitarre und untermalte damit die schöne Aussicht.

 

Nach 2 Stunden kam ich in Avignon Centre und nahm meine Weg zu Daniele auf. Daniele kommt aus Italien, lebt aber seit einiger Zeit hier. Er besitzt ein kleines Haus mit einem Garten. Dort gibt es also viel zu tun. Ich bin gespannt und erleichtert als ich ankomme. Francesco öffnet mir die Tür. Er arbeitet auch hier und beschäftigt sich gerade mit dem Isolieren des Daches.

Nach einer Dusche und einem warmen Tee kommt Daniele von der Arbeit. Gemeinsam essen wir zu Abendbrot und ich klettere ins Dach, wo ich die nächsten Tage mein Schlafquartier beziehe. Es riecht nach Holz und der Wind zieht lautstark über das Dach hinweg. Mit meiner Wärmflasche lege ich mich ins Bett und sehe mir durch das Fenster über meinem Bett, die Sterne an. Wie schön!

 

21 Mrz

Ein besonderer Tag

Denn es fallen zwei große Events auf einen Tag. In Iran und damit in Shimas Heimatland wird heute: New- Year gefeiert.

Deswegen haben wir uns um 12 uhr in einem Restaurant in der Stadt getoffen. Die iranische Gruppe bestand aus 35 Personen, womit das Lokal erst einmal überfordert war. Denn es sind mehr Personen als angemeldet erschienen. Doch nach einer halben Stunde hatten alle einen Sitzplatz.

Zuvor hatten wir den traditionellen Tisch aufgebaut. Auf ihm werden sieben Dinge mit S symbolisiert.

Apfel (Sip) steht für die Liebe und Herzlichkeit.

Knoblauch (Sirr) symbolisiert die Gesundheit und das Wohlbefinden.

Mützen (Sekä) sind natürlich für den Wohlstand im nächste Jahr.

Süßes (Sa ma nu) dieses symbolisiert nicht nur Süßes, sondern Essen im allgemeinen und das sie uns etwas gutes tun soll.

Gewürz (Somaja)und Essig (Säkä) stehen für den feinen Geschmack und vorallem neue Geschmackserfahrung.

Blumen (Sonbohl) sind der Inbegriff für Schönheit und Eleganz.

Der Fisch (Mahi) ist jedoch auch ein wichtiger Bestandteil. Er befindet sich in  einem großen Glas und bewegt sich. In unseren Fall war es ein mechanischer Fisch, der uns Beweglichkeit in nächsten Jahr wünscht. Denn alles andere auf dem Tisch ist statisch.

Da der Fisch so wichtig ist, findet man ihn auch bei dem folgenden Gerichten:

Ein Salat mit Lachs:DSCN3198

gefolgt von einem Shrimps-Salat serviert in einer Muschel:

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Nach dem 5 Gänge- Menü hatten wir es eilig nach Hause zu kommen.

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Denn nun wartete das zweite „Highlight“ auf uns: Meine Abschlussfeier. Diesmal unter dem Motto : Germany- Iran- Meeting in Italy. Sodass Shima und ich uns entschieden haben, iranische und deutsche Gerichte zu präsentieren.

Gegen 21 Uhr waren alle da und so könnten  wir das Buffet eröffnen. Es gab eine deutsche Kartoffelsuppe und Kartoffel mit Spinat und Rührei, dass der Überflieger war. Ich liebte die Speisen von Shima: Basmatireis mit einer Nusssoße und verlorenen Eiern.

Giuseppe kam etwas später und überraschte uns mit Eis. Als hätte er mir diesen Wunsch von den Augen abgelesen. Ich finde es schade, dass ich nicht genug Zeit hatte um Giuseppe richtig kennenzulernen, aber um so mehr freue ich mich das er es zur Party geschafft hat.

Nachdem wir uns alle vollgefressen haben, platzieren sich alle Menschen die auf meiner Reise durch Italien ein Meilenstein für mich waren, für ein Foto. Es ist schwierig für mich, all diese wunderbaren Menschen einzufangen und zu wissen, dass ich morgen gehen werde.

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Da stellt sich mir die Frage, was hat mir diese Reise gebracht: Als ich vor 9 Monaten meine Sachen packte, war ich vor Angst gepackt. Nicht nur wegen einen neuen Land, sondern wegen der Zukunft. Was wird sie bringen? Werde ich auch erkranken, so wie alle Frauen in meiner Familie die Hürde nehmen mussten. Auch diese Angst hatte mich so gefesselt, dass sie es nicht mehr zuließ zu atmen. Sich einzureden: „Alles ist gut!“

Ich habe mich auf die Suche nach Lebendigkeit und Glück gemacht. Habe jedoch etwas ganz anderes gefunden. Erfahrungen die mich reifen lassen und mich über meine Vergangenheit steigen lassen. Ich kann sie nun von Außen betrachten und erst jetzt begreife ich wie wichtig es war, zu gehen!

Nicht alle Erfahrungen die ich machen durfte waren schön oder einfach, aber sie haben den Weg frei gemacht, um zu sagen: „Das Leben ist nicht berechenbar!“ Es wird immer Hürden geben, doch mit den gemachten Erfahrungen kann ich sie vielleicht besser überwinden. Vielleicht kann ich mir sagen, dass ich schon so viel geschafft habe, dass mich diese Herausforderung nicht aufhalten wird. Es hat mich freier gemacht, von dem Gedanken des Verlustes.

Meine Reise ist noch nicht am Ende und es mag sein, dass viele Menschen nicht verstehen können, warum ich nicht langsam zurück in meinen Beruf kehre oder auf die Suche nach einem Partner gehe. Doch ich bin auf der Suche nach etwas viel wichtigeres. Die Suche nach mir! Ich bin der Auffassung, dass man niemanden helfen kann, wenn man mit sich selbst nicht im Reinen ist. So ist die Entscheidung nicht schwer, den Weg nach vorne anzutreten und ein neues Land zu erkunden. In der Hoffnung, dass es mich über mich hinauswachsen lässt und mir Kraft gibt, die ich so sehr vermisst habe.

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15 Mrz

New- Year- Day?

Moment mal… war der denn nicht schon? Ja, in Deutschland habe ich in vor 3,5 Monaten schon gefeiert, doch im Iran steht er noch vor der Tür.

Da ich momentan mit zwei Iranerinnen zusammen lebe, darf ich das Neujahrsfest mit ihnen begehen. Doch erstmal kurz zu meiner Wohnsituation. Shima ist eine Freundin, die ich in letzten Jahr kennen und lieben gelernt habe. Sie wohnt in einer kleinen 30 qm- Wohnung an dem Fluss „Po“. Vor einem Monat erhielt sie einen Anruf mit einer Bitte. Maryam ist Iranerin und wartet in Italien auf ihre Medikamente. Schon bevor sie gefahren ist, hat sie sich um einen Schlafplatz gekümmert. Sodass als sie im Februar in Italien ankam, bei einem Mann und seiner Frau unterkam. Doch 2 Tage später, warf die Ehefrau des Mannes Maryam aus dem Haus. Sie saß als kranke junge Frau auf der Straße. Als Shima die Nachricht über Maryam erhielt, öffnete sie die Türen. Seitdem her wohnen die beiden Frauen zusammen.

Vor einer Woche kam ich auch noch mit dazu, sodass wir uns die Wohnung zu dritt teilen und man mag es vielleicht nicht glauben, aber ich genieße die Zeit hier. Wir kochen gemeinsam, plaudern über erlebtes und räumen jeden seinen Freiraum ein.

Zwar ist erst am 20.3 der „Silvester“- Abend, aber im Iran wird aus alter Tradition am letzten Dienstag im Jahr das Fest des Feuers gefeiert. Und so versammelten sich alle IranerInnen aus Turin und Menschen, die mit ihnen gemeinsam diesen wunderbaren Tag genießen wollten.

Im Innenhof ist schon ein großes Feuer am brennen. Das Feuer hat zweierlei Bedeutung: zum einen, soll alles gelbe aus dem Körper gezogen werden. Denn Gelb steht für die Krankheiten und die Traurigkeit, die wir mit uns herumtragen. Zum Anderen, ist es die Chance Rot aus dem Feuer zu erhaschen und damit die Leidenschaft und Glückseligkeit zu erlangen.

Ich empfang das Überspringen des Feuers als sehr belebend. Man spürt die Wärme, die einem an Bein packt und freut sich heile auf der anderen Seite angekommen zu sein. Wann macht man soetwas schon?

14 Mrz

Sonntagsbrunch

Am Sonntag wurde ich von Giuseppe zum Brunch eingeladen. Wir kennen uns über Couchsurfen und ich bin froh, dass er mich eingeladen hat. Der Brunch war als Überraschungsfeier für seinen besten Freund geplant. Der hatte vor ein paar Tagen seinen 24 Geburtstag!

Doch gerade deswegen machte es mich so traurig, dass ich es nicht pünktlich schaffte und sein verbrüfftes gesicht nicht gesehen habe.

Nach der Vorstellungsrunde führte mich Giuseppe zum Buffet. Ein reichgedeckter Tisch mit kleinen Pizzen, Süßigkeiten in Teigmantel und Pasta. Ich hätte mir ins Knie beißen können, weil ich diese Leckereien nicht probieren konnte. Giuseppe sah ebenso bestürzt aus, als ich ihm von meiner Glutenabstinenz erzählte. Mit einem herrlichen Salat setzte ich mich zu den Gästen und unterhielt mich mit ihnen über meine Reise. Da fällt mir doch auf, dass ich ganz schon lange unterwegs bin. Nach einer Weile kam Giuseppe auf mich zu, um mich zu fragen ob ich Nussmehl essen kann und keine 20 Minuten später hatte ich einen wunderbaren „Kuchen“ in meinen Händen.

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Die Stimmung war herzlich und man spürte, dass man gut aufgehoben war.  Gemeinsam spielten wir noch ein Spiel, bei dem ich peinlicher Weise total auf dem Schlauch stand. Aber es wurde mir nicht übel genommen.

Nach dem die Gäste gegangen waren, griffen Giuseppe und sein Freund noch zu ihren Instrumenten. Ich hatte das Glück, ihnen zuhören zu dürfen und mich von der Musik positiv beeinflussen zu lassen. Sodass ich mir einen Zettel und einen Stift nahm und anfing zu schreiben.

Giuseppe und ich rundeten den Abend mit einem Eis ab und spazierten durch die leeren Straßen Turins. Ich werde es vermissen… die Straßen von Turin, wie sie ihre Geschichte erzählen und dich in ihrer Welt willkommen heißen. Eine Welt die so viel ruhiger ist als die Berlins.