05 Mai

Wenn die Heimat ruft

Am Freitag traf mich der Schlag! Seit nunmehr drei Wochen leben wir zusammen. Damit meine ich Lukas, Tanesi und ich. 


Workawayer, die sich gegenseitig unterstützen und sehr viel Spaß miteinander haben. Lukas kommt aus England und ist ein ruhiger Zeitgenosse. Trotz allem ist er mir in der Zeit sehr ans Herz gewachsen. Als er uns am Freitag verkündet, dass er früher abreisen muss, spüre ich das mir das nicht gefällt. Zu sehr habe ich mich an seine Gegenwart gewöhnt und sie  schätzen gelernt. Doch schon am nächsten Tag ist klar, dass er zwar das Wochenende noch hier verbringen wird, am Montag jedoch in seine Heimat zurückkehren wird. Uns bleibt also ein Wochenende. Am Samstag ist das Wetter nicht so schön, dass wir die meiste Zeit im Haus verbringen und Filme schauen. Natürlich essen wir eine Menge von dem wunderbaren Kuchen. 


Doch Sonntag fahren wir gleich nach dem Frühstück auf einem Flohmarkt. Es ist der letzte Tag für Lukas und ich hoffe wir können Ihnen schön ausklingen lassen. Doch leider fängt es wieder an zu regnen sodass wir vorzeitig unseren Spaziergang über den Flohmarkt abbrechen.

Über den ganzen Zeitraum habe ich mich immer wieder gefragt, wie wohl unser Abschied aussehen wird. Nun ist der Augenblick gekommen Lukas kommt mir entgegen und nimmt mich lange in den Arm. Ich weiß nicht ob wir uns wiedersehen werden aber ich hoffe es sehr. Vielleicht nicht hier, in Frankreich. Vielleicht in England oder Deutschland? Im Laufe des Tages merke ich wie sehr ich ihn vermisse. Es sind eher Kleinigkeiten, wie das es nur vier Teller anstatt fünf Teller auf dem Tisch befinden. Oder dass der Platz auf dem Sofa viel zu groß ist für mich alleine. Ob ich mich daran gewöhnen werde?

19 Apr

Malerpunkte überall

Schon am nächsten Morgen wurde ich mit einem wunderschönen Frühstück geweckt. Alles was sich hier auf diesem Tisch befindet ist glutenfrei! Ich kann es nicht fassen! Es sieht so wunderschön aus. In einem kleinen Körbchen befinden sich verschiedene Scheiben Brot. Als mir das Körbchen rüber gereicht  wird, traue ich mich gar nicht richtig zu zufassen, in Angst davor dass eine Scheibe Brot bei mir wieder Magenschmerzen auslöst. Ich nehme mir eine Scheibe und bestreiche sie mit veganen Käse. Als ich das erste Stück Brot abbeiße, überfällen  mich meine Gefühle. Es ist ein emotionaler Moment für mich. Seit sechs Monaten habe ich kein Brot mehr gegessen. Und nun habe ich diese warme weiche Konsistenz in meinem Mund. Ich fang an zu kauen und schmecken den wunderbaren leicht süßen Käse auf meiner Zunge. Ich werde es den nächsten Monat hier gut haben. Nach und nach probiere ich alle verschiedene Käsesorten. Am Ende bin ich voll gefressen und möchte mich gar nicht mehr richtig bewegen. Es ist Sonntag und dementsprechend ist nicht viel los.
Erst am nächsten Tag beginnen wir mit der Arbeit. Wir holen verschiedene Pflanzen, eine Hecke und zwei Bäume aus einem nahegelegenen Garten. Die Besitzer sind Freunde von Sam und Zoran. Sie haben besprochen, dass die Pflanzen nun umgesiedelt werden können, weil sie ihr Grundstück verkaufen wollen.
Die nächsten zwei Tage verbringe ich damit das Badezimmer im Flur zu streichen. Es bekommt zuerst einen Grundanstrich in Weiß. 


Als nächsten Schritt folgt ein gelber Anstrich. Nach den Malerarbeiten habe ich riesigen Hunger. Das trifft sich gut denn heute gibt es glutenfreie Burger. Dafür haben wir schon gestern Tofu „angesetzt“. Diesen vermengen wir nun mit verschiedenen Zutaten und fangen an ihn zu grillen. Das wird unser Hamburger-Fleisch. Gefüllt mit Tomaten, Salat und verschiedenen Soßen, wird er mit zwei Brotscheiben vollendet. Der Hamburger landet auf unserem Teller. Als ich in ihn beiße,  erfreue ich mich meines Lebens. Es ist schon so lange her. 


Doch schaut euch selbst dieses Wunderwerk von Bürger an!

15 Apr

Die Fahrt zu meiner neuen Farm

Am nächsten Tag stelle ich fest, dass es meinem Unterleib und Bauch besser geht. Ich bin erleichtert, weil ich nun weiß dass meine Reise weitergehen kann. Mittags gehe ich noch mal einkaufen und bereite mich innerlich und auch mit Lunchpaketen auf meiner Reise vor. Die nächsten 7 Stunden werde ich in einem Auto verbringen. Doch zuerst muss ich zu dem Bahnhof in „Orange“ kommen. Daniele ist so freundlich und fährt mich zum Zugbahnhof. Wo ich einen Zug nehme, um 20 Minuten später, und damit früher als gedacht, von  der Familie abgeholt zu werden. Mit Pierre habe ich im Vorfeld besprochen, wo wir uns treffen wollen. Er wirkte sehr freundlich aber ich bin dennoch erleichtert als ich feststelle, dass er mit seiner Familie reist. Doch richtig glücklich bin ich, dass sie deutsch sprechen. Es ist also eine deutsch-französische Familie. Die Fahrt dauert länger als gedacht und nach circa 8 Stunden komme ich um 1:00 Uhr am nächsten Morgen in Reims an. Ich bin etwas übermüdet und es tut mir schrecklich leid das Samantha so lange auf mich warten musste. Seit 2 Stunden sitzt sie nun in ihrem Auto und da wir von einem Stau aufgehalten wurden, hat die Fahrt länger gedauert. Doch ohne böse auf mich zu sein geht die Reise mit Samantha  weiter. Sie legt meine Sachen in den großen Bus und wir setzen uns vorne ins Führerhäuschen. Eine weitere Stunde verstreicht. Doch diese nutzen wir, um uns erst mal kennenzulernen. Ich erzähle ihr von meiner Ernährungsweise und dass ich mich glutenfrei ernähre. Als sie mir berichtet dass sie vor zehn Jahren eine Bäckerei eröffnet hat, die sich auch glutenfreie Kost spezialisiert hat, bin ich total aus dem Häuschen. Was für ein Zufall dass ich hier auf so eine Familie stoße. Leider haben sie vor einem Jahr die Bäckerei zugemacht, weil es zu anstrengend für Samantha wurde und sie keinen Spaß mehr an ihrem Job hatte. Doch ich habe das Gefühl, dass ich eine Menge von dir lernen kann und das erfüllt mich mit ganz viel Neugier und Freude auf die kommenden Tage. Gegen zwei kommen wir an und Lukas (ein anderer Workawayer) und Zoran warten auf uns und gemeinsam trinken wir um 2:00 Uhr in der Nacht einen warmen Tee. Ich genieße die Atmosphäre und freue mich dennoch auf mein Bett. Müde und geschafft von den Tag gehe ich in mein wunderschönes Zimmer mit eigenem Badezimmer und krabbel unter meine Decke.

  

14 Apr

Willst du fleißige Handwerker sehen, muss du nach Avignon gehen…

Wenn ich die letzte Woche in Avignon an mir vorbei ziehen lassen, haben wir (Fran und ich) eine Menge erreicht.

  
Nachdem ich an meinem ersten Tag erfolgreich den Beet ein neues Gesicht gegeben habe. Ging es am Montag ans Dach. Wir begannen die Isolationsfolie über den Kork und zwischen der Stahlkonstruktion durchzuziehen. Dabei müssten wir äußerst vorsichtig sein, da sie nicht reißen darf. Zwar gibt es dafür eine Klebefolie, aber wir brauchen sie kaum. 

  
Als nächstes folgte der schwere Teil, Giebsplatten ins Dach tragen. So eine Platte wiegt einiges, doch das befestigen war noch schlimmer. Für einige Minuten müssen die Muskeln die Platte an ihrem Platz halten. Bis alle Schrauben sitzen und ich mich für eine Weile entspannen könnte. 

Nach so einem Tag ist man ganz schön kaputt. Auch Dienstag und Mittwoch waren wir mit den Ausarbeitungen beschäftigt. Fran und mir schmerzten die Knie (durch die Arbeiten in der Dachschräge) und die Arm- sowie Beinmuskulatur. Daniele ging den Tag über arbeiten und begutachtete unsere Arbeit, wenn er Abends nach Hause kam. 

Die Fotos zeigen die sich ein Raum in einer Woche ändern kann.  

   

10 Apr

Heute habe ich mit Daniele und seinen Freunden einen Ausflug in die Natur gemacht. Dafür haben wir frühs schon unser Mittagessen vorbereitet und 2 Liter Wasser im Rucksack verstaut. 

Um 10:30 Uhr trafen wir uns alle vor Elisas Haus und teilen uns auf die Autos auf. Die Fahrt in der Naturschutzgebiete dauerte 45 min. Doch es hat sich gelohnt!

Der Weg führte durch eine Felsspalte und durch einen Art Urwald. Man kommt die Vögel singen hören und die schönesten Farben erblicken. 

    
  Manchmal hätte man das Gefühl, da sei gar kein Weg. Doch wenn man nur ein paar Schritte mehr machte, erkannte man die geheime Wegabzweigung.   

Als wir eine Stunde gelaufen waren, kamen wir an einen Felsenvorsprung. Von dem aus man eine einzige Aussicht hatte.
  So nutzen wir die Ruhe und die Aussicht für ein kleines Picknick. Untereinander tauschten wir unsere Mahlzeiten aus und probierten uns durch. Danach kehrte Ruhe ein und wir legten uns unter die Bäume, um die Augen für eine Weile zu schließen. 

Nach unserem Schläfchen, machten wir uns wieder auf die Socken. Abends „zuhause “ angekommen, war ich hundemüde und fiel ins Bett. Morgen beginnt die Arbeit am Dach. Ich bin gespannt!