25 Feb

Nach dem Sturm…

Nachdem wir so viel Stress hatten in den Tagen zuvor, haben wir nun zwei Tage Entspannung. Leider hat Nirav uns den Tag nicht frei gegeben, sodass wir die Farm verlassen können und einen Ausflug zum Etna machen können. So saßen wir ein wenig orientierungslos in der Gegend rum und haben unsere Zeit mit den Welpen oder dem Haushalt verbracht.

Durch Amilie und Zenia ist ein neuer Wind aufgekommen. Wir kochen jetzt gemeinsam und tauschen unsere Rezepte aus. Langsam fühle ich mich wohler. Das liegt hauptsächlich an dem netten Miteinander, dass nun entsteht. Leider ist Sarah heute morgen zur nächsten Farm weitergereist. Dafür kam gestern Marion, aus Frankreich. Sie reist seit 3 Monaten durch Italien und wir kamen gleich ins Gespräch. Über das Reisen, die Heimat und die vielen schönen Momente, die wir eingefangen haben.

Gestern habe ich die verbliebende Zeit mit Sarah genutzt, um traditionelle canadische Ohrringe zu nähen. Dabei werden kleine Glaskugeln auf einen Untergrund genäht und dann zu dem jeweiligen Schmuckstück weiterverarbeitet.

 

Sarah kommt aus Canada und hat ihre Heimat im Blut. Nicht nur das Herstellen von Schmuck, sondern auch das Singen von alten Liedern. Bevor sie abgereist ist hat sie uns ein Lied auf der Trommel gespielt und dazu gesungen. Es handelte von dem Weg nach „Hause“, zurück in die Heimat. Ich hörte ihren Klängen zu und genoß, dass ich jetzt hier bin. Denn auch wenn ich weitweg bin, bin ich doch immer auf dem Weg in meine Heimat. Ob psychischer oder geografischer Natur.

Am Nachmittag haben Marion und ich, uns vorgenommen in die Stadt zu „klettern“. Die Schräge der Straße gleicht der Erklimmung eines Gipfels. Doch als wir die Hälfte der Strecke geschafft hatten, waren auf einmal zwei Hunde der Farm bei uns und folgten uns, als wäre nichts gewesen. Weil wir nur noch 10 Minuten vor uns hatten, nahmen wir unseren Weg wieder auf. Doch als die erste befahrende Straße kam, wurde uns mulmig ums Herz. Die Hunde liefen vor die Autos und wir kassierten böse Blicke. Als wir den Marktpark erreichten, rief Marion Nirav an. Er vergewisserte uns, dass die Hunde sich in der Stadt auskannten und auch den Weg zurück wussten. Für mich war es wichtig, ein Restaurant aufzusuchen. Damit ich das Internet nutzen konnte, um meiner Familie bescheid zu geben, dass alles in Ordnung sei. Doch da mich immer eine Angst begleitete, dass einer der Hunde angefahren werden könnte, drehten wir um. Gefrustet und müde von dem Aufstieg, gingen wir zur „La Casa“ zurück.