29 Sep

Lecce- Die Stadt im Hacken

Lecce wird gerne als die Florenz des Süden bezeichnet, da die Stadt über eine große Anzahl von Barock-Bauwerken in der Stadtmitte verfügt. Die Stadt die im Süden auf der Halbinsel Salento liegt, beherbergt rund 93.000 Einwohner und der Legende nach soll sie 1211 v. Chr. gegründet worden sein. Doch der Ursprung liegt bisher immer noch im Dunkeln.

Ich hatte das Glück von Monopoli nach Lecce von meinem Couchsurfer mitgenommen zu werden. Francesco lebt in der Altstadt von Lecce und hat von seinem Vater zwei Wohnungen und ein Cafe geerbt. Nun überlegt er, ob er es zu einem Bed& Breakfast umbauen will.20150927_160735

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Als ich mein Zimmer sehen, bin ich hin und weg. Ein riesiges Bett thront im Zimmer, verbunden mit einem eigenen Badezimmer. Was für ein Luxus.

Gegenüber liegt das kleine Cafe, dass als Frühstücksmöglichkeit dienen soll.

Ich glaube, was es ein gut durchdachtes Konzept ist, was mit Sicherheit funktionieren wird. Da Lecce ein Hauptmagnetpunkt in der Urlaubsaison ist. Ich bin gespannt wie es da weiter geht.

Lecce hat zwei wichtige Hauptadern in der Stadt für die Touristen. Auf diesen beiden Straßen begegnet man den ältesten Monumenten, z.B.:Piazza Duomo, Anfiteatro Romano e Statua S. Oronzo und Basilica Santa Croce.

Umringt wird die Stadt von drei Eingangstoren ( Porta Rudiane, Porta San Biagio, Porta Napoli), alle die Passierpunkte dienten als klares Zeichen der Grenze. Ebenso könnten sie bei einem Angriff geschlossen werden und schützen somit die Bevölkerung.

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Porta Nopoli trägt seinen Namen da es nach Neapol zeigt.

Der wunderschöne hohe Aussichtsturm auf dem Piazza Duomo, diente nicht nur als Glockenturm sondern auch als Beobachtspunkte über das fernläufige Meer. So konnte frühzeitig gewarnt werden und eine Vorkehrungen getroffen werden.DSCN1178

S. Oronzo, der Beschützer der Stadt, findet man als Figur auf dem gleichnamigen Platz wieder. Gleich neben dem Antifteatro Romano, was auch heute noch gerne für besondere Anlässe benutzt wird.DSCN1045

Auch die Chiesa Santa Chiara verströmt ihren Charm. Leider ist sie nur halbfertig, da kein Geld mehr für die Verzierung des Daches da war, thront sie nun auf der „Viale O. Quarta“.

Außerhalb der Stadt verzaubert Lecce durch seine unzähligen wunderschönen Strände.

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Der Hafen von Gallipoli

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Badestrand von Gallipoli (ca. 30 min. von Lecce)

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Aussichtsturm in der Nähe von Otranto

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DSCN1066 Doch Lecce ist auch durch ihre einzigartige Kunst bekannt geworden, denn hier ist das „Papierbrennen“ zu Hause. Mit wunderbaren Papierformen entstehen Figuren und Staturen. Die Handarbeit wird durch das Abbrennen bestimmter Stellen vollendet.

So entsteht der Schuhe Dornröschens:

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25 Sep

Weiß kann auch schön sein

Nach Bari bin ich gleich durch nach Monopoli.  Die kleine Stadt um Süden des Stiefels (Richtung Lecce), ist eine sehr alter Hafen.

Gegen 18 Uhr habe ich mich mit meinem heutigen Couchsurfing – Host am „Piazza Alessandro Manzoni“ getroffen.  Gemeinsam sind wir dann durch die Straßen gezogen auf dem Weg nach „Hause“. Die Gassen würden immer kleiner und enger. Gerade als ich dachte,  jetzt kann es nicht noch kleiner werden,  blieben wir vor einer Zwergentür stehen. Antonio (mein Host) öffnet sie mit einem riesigen Schlüssel,  der garnicht zu passen schien.
Seine Wohnung ist ein Traum!  Das Deckengewölbe zeigt sein altes Fundament und auch hier spielte sich auf Konzept „Kleine aber feine“ wieder.

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Das Treppenhaus

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Küche

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Badezimmer

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Mein Schlafzimmer für eine Nacht

Nachdem wir einen wunderbaren Salat verdrückt haben, sind wir noch mal los in die Stadt.
Abends bekommt die Stadt durch ihre Beleuchtung einen gelblichen Touch. Doch dadurch bekannt man das Gefühl im Mittelalter gelandet zu sein. Gerade der Hafen erinnert mich total an „Der Mann in der eisernen Maske“.

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Bei Tageslicht erstrahlt die stadt dann wieder in ihrem Weiß. Die kleinen aber vielen Blumenkästen setzen die Farbtupfer.  Die Anwohner hängen ihre frisch gewaschene Wäsche zum trocknen raus auf die Straße, sodass ein feiner Parfümgeruch durch die weiß Stadt zieht.DSCN1015

Geht man den Strand entlang, entdeckt man verschiedene Blautöne. Von einem gesättigten Blau zu einem strahlenden Türkis. Dabei kann man jedoch bis tief auf den Grund sehen und kleine Fisch entdecken.

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25 Sep

Post von der Kindererde

Heute war ein besonderer Tag, denn ich habe Post von den Kindern der Kindererde bekommen.  Im Morgenkreis haben die Kinder darüber gesprochen, wo ich gerade in der Welt unterwegs bin und sich meine Fotos angesehen.

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Gemeinsam haben sie mir Bilder gemalt und einen Brief geschrieben.
Darüber habe ich mich riesig gefreut und es gleich allen gezeigt.
Es ist schön was von Zuhause zu bekommen, denn manchmal vermisse ich euch ganz schön!
Aber vielleicht darf ich euch ja besuchen kommen, zusammen mit dem Weihnachtsmann?

Es ist so schön, dass ihr an mich gedacht habt. Danke!!

24 Sep

Rückflug auf dem Italien-Stiefel

Gestern, nachdem ich mich über einen ausgedehnten Strand- Spaziergang von Sardinien verabschiedet habe,  schallten wir abermals mein Gepäck auf das Motorrad. Damit begann meine Rückreise auf den Stiefel Italiens. Vor 1 Woche hatte ich mein Bergfest, sodass ich jetzt noch fast 3 Monate Italien genießen darf.

Mit den Motorrädern ging es dann nach Cagliari.  Als wir in die Stadt einfuhren, überraschte uns ein Gewitterschauer und beendete damit meinen gemeinsamen Urlaub mit Markus, Mark und Katrin. Aber ich werde schöne Erinnerungen mitnehmen.

Abends bin ich zusammen mit Davide auf eine Geburtstagsfeier, wo ich interessante Gespräche bei Antipasta und Wasser führt.
Dafür würde es heute morgen ein wenig hektischer. Die Zeit gilt uns durch die Finger.
Nichts desto trotz sitze ich jetzt im Flugzeug und warte seit 20 Minuten auf den Start.
Na mal sehen. ..

21 Sep

5 Stunden im Krankenhaus

Da ich gestern Abend noch Schüttelfrost und Fieber bekommen habe, ging es heute nach dem aufstehen zum Arzt für Touristen.  Dort erfuhren wir, dass gestern der letzte Tag war und sie die Station für die Nebensaison geschlossen hat. Aber gegen 15 Uhr würde ein Hautarzt kommen und mich durchchecken.  Da ich mich gestern aber auch übergeben hatte,  wäre der Hautarzt vielleicht nicht der richtige.
Eine halbe Stunde später saßen wir im Café und fragten den Kellner, ob er noch einen anderen Arzt wusste.
Ohne unserer Wissen rief dieser einen Krankenwagen.
Mir Blaulicht kam er angerasst und ich wollte im Boden versinken. Im Krankenwagen wurde ich da das erste mal durchgecheckt und dann ging es ins Krankenhaus.
Die nächsten Stunden verbrachte ich beim röntgen, Ultraschall, Blutabnahme und EKG.  Das Ergebnis: Mein Körper ist topfit, er weiß es bloß nicht!
Gegen 21:45 Uhr würde mit der Tropf aus den Venen gezogen und ich konnte das Krankenhaus verlassen. Seit nunmehr 8 Stunden hatte ich nichts mehr gegessen und das war auch nur eine halbe Brotscheibe.
Also los in die nächste Pizzeria. Für mich gab es einen Salat, da der Arzt meinte die nächsten Tage nur Obst, Gemüse und Wasser.
Die anderen haben, nach ihren Geräuschen zu urteilen, eine köstliche Pizza verdrückt.

Auf dem Heimweg schickte das Navi in eine ohnehin schon kleine Gasse. Doch durch die Größe von Bus und den parkenden Autos, steckten wir fest. Die einzige Möglichkeit war das Zurückfahren… berghoch?

Nach ein paar Minuten fing die Kupplung an zu qualmen und es kroch nach verbrannten Gummi. Es war schwierig den Bus so behütsam und doch mit genügend Energie, den Berg hoch zu bekommen. Nach einer Weile war es geschafft und die Nerven könnten sich wieder beruhigen.

20 Sep

Am besten gefällt mir alles

DONNERSTAG:
Nach dem aufstehen haben wir den Tag mit einem wunderbaren Frühstück begrüßt, um später gestärkt die Umgebung zu erkunden.  Im Hafen gönnten wir uns ein kaltes Wasser und ein Eis.
Zum Abschluss haben wir uns die roten Felsen angesehen und sind in die Pastaziria, um schöne leckereien zu kaufen.

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FREITAG:
Mark und Katrin sind mit einem großen Transporter bekommen, in dem sie ein Boot verstaut haben.

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Den Vormittag haben wir genutzt, um das Boot startklar zu machen.  Leider musste ich feststellen, dass ich nicht seetauglich bin.

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Um so glücklicher war ich, als wir 2 Stunden später das Festland wieder erreichten. Mit wackligen Beinen ging es zurück zur Bungalow. Den Abend ließen wir mit Weintrauben, Käse,  Meeresfrüchten-Salat und Weingut ausklingen.

SAMSTAG:
Da der Hänger von Mark und Katrin in der Nähe von Nuoro am Anreisetag liegen geblieben ist, haben wir uns heute morgen leicht hektischen(Samtags hat die Werkstatt nur bis 13 Uhr geöffnet) auf den Weg gemacht, um sie abzuholen.
Auf dem Heimweg kamen wir an Kakteen vorbei und ernteten ihre Feigen. Bis in die Nacht kämpften wir mit den feinen Stacheln,  die sich in die Haut gebohrt hatten.
Ich habe bei Ernten einen Flüchtigkeitsfehler gemacht. Der Saft der Feige lief an der Gabel runter und inmeiner geistigen Abwesenheit leckte ich ihn auf. Keine Minute später merkte ich die ersten Stacheln im Rachen.
Zum Abendessen gab es dann Doraden von Grill und Katusfeigen aus der Glut.DSCN0909

Es ist schon interessant, dass wir jeden Tag Fisch essen und ich nicht sagen kann, das er mir nicht mundet. Um so schöner ist es nun eine neuen Bereich der Lebensmittel zu erkunden.

Da ich schon beim aufstehen meine Halsschmerzen bemerkte und ich zusätzlich im Laufe des Tages Kopfschmerzen und Schüttelfrost bekam, bin ich gespannt wie der Tag morgen wird.

SONNTAG:
Ruhetag!  Heute habe ich den Tag im Bett verbracht und mich nur von einer Seite zur anderen gedreht.
Mein Kopf, Hals und Magen hatten einen heftigen Streit auszutragen.
Gegen abend habe ich mir eine Reis-Tomaten- Tasse gemacht.

 

16 Sep

Mit den Rockern über die Insel

Als ich bei Ingrid war, habe ich Markus kennengelernt.  Markus lebt in der Nähe von Stuttgart und verbringt seinen Urlaub immer in Sardinien mit seinem Motorrad, Isabella.
Wir waren uns auf Anhieb sympathisch und ich hatte das Gefühl, meinen verlorenen Bruder wieder gefunden zu haben.
Markus blieb 3 Tage und schon am zweiten Tag drehten wir eine Runde auf Isabella.
Ich fühlte mich pudelwohl und äußerte den Wunsch,  weiter mit ihm über die Insel zu tuckern. Er grinste mich an und meinte, dass bekommen wir ihn. Wie verrückt überlegten wir, wo wir Schutzkleidung her bekommen könnten.
Am nächsten Morgen beim Frühstück sank unser Mut und wir schlossen innerlich mit der Idee gemeinsam zu reisen ab.

An diesem Morgen frühstückten Stefan und Marion mit uns und fuhren mich danach nach Bosa, damit ich von dort meinen Bus nehmen konnte.  Auf dem Weg erzählte ich den beiden, was Markus und ich für einen Plan hatten und wie schade es ist,  dass dieser jetzt doch nicht funktioniert. Anstatt mich bei Busbahnhof rauszulassen, fand ich mich eine halbe Stunde später in einem Motorrad-Laden wieder. Markus hatte sich in der Zwischenzeit zu uns gesellt und gemeinsam entschieden wir uns für einen strahlend- weißen Schutzhelm.
Nach einem leckeren Eis, wurde es ernst. Mein Gepäck musste irgendwie den Weg auf das schon bepackte Motorrad finden.

Eine halbe Stunde später saß ich, ein grinsendes Honigkuchenpferd, bei Markus hinten auf dem Sozius-Sitz.

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Zwischendurch begegneten wir immer wieder Tierherden, die die Straße vom Salz befreien wollten.

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Wir schlängelten uns stundenlang durch kleine Dörfer und Landstriche,  bis wir uns am „Bucca e Tumanu“ waren.

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Von dort aus konnten wir über das ganze Tal sehen und den Nebel der sich durch die Berge zog. Die Nacht stritt vor und wir machen uns auf den Weg.  Mittlerweile sahen wir die Mondsichel am Himmel thronen, bunt gefärbt durch die Wolken.

Gegen 21 Uhr kamen wir in Arbatax an, wo die Freunde von Markus schon warteten. Gemeinsam nahmen wir unseren Bungalow in Beschlag.
Schnell warfen wir unseren Rucksäcke auf die Betten und suchten den Weg zum Restaurant.  Wo wir eine dreiviertel Stunde später eine Fischplatte verzerrten.  Ja,  auch ich habe den Fisch genossen.
Als Hauptgang hab es dann Fisch-Risotto, begleitet vom Wein(Rot und Weiß).

Müde aber glücklich ließ ich mich ins Bett fallen. Ich freue mich auf die nächsten Tage.

13 Sep

Bosa- die bunte Stadt im Meer

Als ich Bosa erreiche, bin ich total müde und kraftlos. Von einem Zug in den anderen Zug, dann eine Stunde warten und weiter geht es mit dem Bus. In Bosa angekommen muss ich ein Ticket kaufen und wieder eine Stunde lang warten.  Ich steige mit meinem 17 kg Rucksack unbeholfen in den Bus und laufe den schmalen Gang durch den Bus nach hinten durch.

Abgespannt und leicht genervt, werfe ich den Rucksack auf die Sitz und setze mich daneben. Mein Kopf lehne ich an den Rucksack und schließe die Augen für einen Moment. Als der Bus sich wieder in Bewegung setzt, werde ich wach. Mit schmulenden Augen schaue ich aus dem Fenster. Der Bus sucht sich seinen Weg durch die kleinen Straßen und schlängelt sich langsam an der Küche lang.

Urplötzlich bin ich hellwach, als ich die bunte Stadt am Fuße des Meeres erblicke. So schön sieht das bunte Häusermeer aus, dass es mir die Sprache verschlägt. Jedes Haus hat hier seine eigene Farbe und ergibt zusammen eine bunte Häuser- Blumenwelt.

Einige Tage später habe ich Bosa besucht. Es liegt ca. 15 Minuten mit dem Auto von Modolo entfernt. In der Stadt selber sind die Häuser nicht so auffällig wie von außen. Dafür sind die schmalen Gassen ein Hingucker.

In der Zeit wo ich da war, feierte Bosa ein große Fest zu Ehren der Maria. Überall in Dorf wurden Altare aufgebaut mit der Maria und in den Straßen versammelten sich die Menschen, um gemeinsam zu feiern. Manche Hausbesitzer blieben der alten Tradition treu und backten Leckereien. Diese wurden an die Menschen die in Gruppen zusammenstanden verteilt. Es flog natürlich auch viel Wein und Bier.

Bosa verfügt ebenso über eine wunderschöne Strände. Einige sind für Touristen und wieder andere, versteckte für die Einheimischen. Durch Ingrid hatten wir (Markus, ein Freund von Ingrid und ich) eine geheimnisvollen Strand zu entdecken. Dafür mussten wir durch Bosa fahren und einen versteckten Weg nehmen. Dieser führt uns, nach 30 Minuten Abstieg, an einen Strand der von Bergen verdeckte liegt.

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12 Sep

Antonio- Wir können helfen!

Antonio ist ein aufgeweckter junger Mann, der mir gegenüber sitzt und mich aus seinem Herzen raus anstrahlt.  Ich zwinker ihm zu, er fängt an zu lachen.
Mit 3 Jahren hatte Antonio eine schwere Mittelohrentzündung, die zu einer Hirnhautentzündung führte. Mit seinen 18 Jahren sitzt er nun in Rollstuhl,  kann sich nicht eigenständig bewegen oder sprechen.

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Ich habe das Glück Antonio besser kennenzulernen und habe schon nach kurzer Zeit festgestellt, dass Antonio die Fähigkeit besitzt über sein Gesicht zu kommunizieren. Nicht nur das er einem mitteilen kann, ob er einen mag oder nicht, sondern auch wie es ihm heute bzw. in diesem Moment geht.

Ich werde die Familie begleiten und unterstützen für die nächsten 5 Tage. Denn am 16. September fliegen sie nach Deutschland, um Antonio im Krankenhaus durchchecken zu lassen. Die Familie lebt im oberen Stock, dadurch ist es schwierig sich mit Antonio frei und spontan zu bewegen. So gerne würde die Familie einen Ausflug zum Meer mit ihrem Sohn machen, doch so etwas  muss gut geplant werden. Pina (Mutter) kann sich noch an die leuchten Augen von Antonio erinnern, wenn er das Meer sah. Leider ist ein Treppenlift zu teuer und die Behörden unterstützen die Familie finanzell kaum.

Giovanni, Antonios Vater, hat das Grundstück neben Ingrids und baut dort verschiedene Gemüse- und Obstsorten an. Aber auch Hühner haben hier einen Platz gefunden.

Von dem abgebauten Lebensmitteln hält sich die Familie über Wasser. Giovanni selbst sagt: „Wir haben nicht viel, aber es geht uns nicht schlecht!“ Was für eine Lebenseinstellung, von der sich einige eine Scheibe abschneiden könnten.

Trotzallem ist es jedesmal ein Zittern wenn eine neue Rechnung ins Haus flattert. Wie soll sie bezahlt werden? Und so rückt der Traum von einem Treffenlift immer weiter in die Ferne.

Wenn ihr Ideen habt, wie wir diese Familie unterstützen können, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn ihr mit mir Kontakt aufnehmt:

Johanna Teller

email: johannateller@yahoo.de

blog: uckerstein.de

Doch helfen könnt ihr auch wenn ihr eure Zeit spendet, um diesen Betrag weiterzuschicken. Ich danke euch für eure Unterstützung.

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10 Sep

Modolo- Das Zelt in der Wildnis

Nachdem ich gestern eine 5 Stunden Zug- Bus – Marathon auf mich genommen habe,  bin ich gegen 19 Uhr in dem schönen Örtchen Modolo angekommen. Zwischendurch habe ich ein sehr nettes Mädchenpäarchen kennengelernt, die mich gleich mit Sack und Pack auf ein wunderbares Eis eingeladen haben.

Außerhalb Modolo kennt zwar keiner das Dorf, aber um so unberührter ist das Fleckchen Erde. Deswegen war ich besonders glücklich, dass die Mädels mir den Bus nach Modolo gezeigt haben.
Als ich ankam,  platze ich gleich mal in das Dorffest und fand eine nette ältere Dame, die mir den Weg zeigte. Überall standen alte Feigenbäume die ihre Früchte angeworfen hatten und so zog sich ein leicht süßlicher Duft durch die Straßen. 20150908_194007

Ingrids Straße war gut zu unterscheiden, da sie rot ist. Die Sonne versteckte sich schon langsam hinter den Gebäuden und kündigte die Nacht an. Mein Schritt wurde schneller und ich war erleichtert als ich das Grundstück erreichte. Ingrid hieß mich herzlich Willkommen und den angebrochenen Abend nutzen wir, um uns besser kennenzulernen. Sie kommte aus der Nähe von Stuttgart und hat das Herz am rechten Fleck.

Müde von dem anstrengenden Tag verabschiedete ich mich und ging früh ins Bett bzw. Zelt. DSCN0439  DSCN0442

Doch vorher zeigte mir Ingrid noch die Außentoilette und erst jetzt wurde mir das Ausmaß meines Abenteuer bewusst.DSCN0447Für die nächsten Tag sollte das mein neues Zuhause sein.

DSCN0440Seit drei Jahren lebt nun Ingrid den Sommer (von Mai- ca. Dezember) hier auf ihrem Landstück. Über Wasser halt sie sich mit selbstangebauten Lebensmitteln, wie Tomaten, Zucchini, Salat und Melonen. Viele der gewonnen Nahrungsmittel verarbeitet sie weiter. So gewann sie aus ihren Olivenbäumen letztes Jahr über 42 Liter Olivenöl, was sie in Deutschland verkaufen konnte. Ebenso wie die hausgemachte Tomatensoße. DSCN0449

Für ihren Kühlschrank musste sie die Kreativität spielen lassen und so gibt es jetzt einen „Erdkühlschrank“. Regelmäßig wird dieser mit gefrorenen Wasserflaschen aufgefüllt.DSCN0511Gleich neben dem Erdkühlschrank befindet sich die Vorratskammer die für eine Person ausgelegt ist. Die Tomatensoße und Erbsen finden dort auf jeden Fall ihren Platz.

Umschlossen ist das Grundstück und damit auch Modolo von den Berge, doch das hält auch die Regenwolken ab und so ist ein Regenguss hier eher selten.

Doch gleich am nächsten Tag haben wir ein wenig Glück und können zusehen wie sich der Himmel verdunkelt. Kurz bevor es anfängt zu gießen, kommt ein weiterer Couchsurfer aus Frankreich mit dem Fahrrad. Gemeinsam sitzen wir unter den kleinen Vordach des Buses und warten auf den Regenbogen danach.

Doch der Regen geht in die Finsternis über und beschließt der Franzose uns auf ein Pizza- Abendessen einzuladen. Zusammen mit Giovanni, der Nachbar, fähren wir in die nächst größere Stadt Bosa und holen unser Abendbrot.

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Nach 30 Minuten sind alle 4 Kartons in unseren Bauch gewandert. Glücklich und gefüllt schleichen wir alle in unsere Zelte.

Morgen beginnt mein erster Arbeitstag bei Giovanni und ich bin gespannt was mich erwartet.