31 Jul

Die Sehnsucht nach Turin

Heute bin zurück nach Turin gefahren, um einen Freund zu treffen. Er hat mich zu sich eingeladen und hat mir angeboten, bei ihm zu übernachten.  Gemeinsam haben wir mit einer Freundin von ihm ein interessantes Museum besucht. Leider war die Situation ziemlich angespannt, weil die Freundin glaube ich lieber allein mit meinem Bekannten gewesen wäre. Doch nach 1,5 Stunden haben wir uns von einer verabschiedet.
Zum Mittagessen habe es dann eine Tajine (morrokkanischer „Kochhut“, stammt ursprünglich aus der nordafrikanischen Küche).
Es war sehr lecker und mal nicht mit Pasta. Denn seit einigen Tagen habe ich Probleme mit meinem Magen.

Abends sind wir dann mit Freunden von ihm losgezogen. Auch sie sind Schauspieler und gemeinsam haben sie sich zusammen gesetzt, um über ihre Zukunft zu sprechen.
Denn sie sollen jetzt auf der Straße Flyer für das Theater, in dem sie arbeiten, verteilen. Jedoch werden sie schlechter bezahlt und müssen voraussichtlich länger arbeiten.
Schlussendlich haben sie sich entschieden, diesmal der Arbeit (begrenzt auf eine Woche) nachzugehen. Doch vorallem weil keiner von ihnen eine andere Chance hat. Die Jobs sind so rar.

Das ist ein großes Problem in ganz Torino und Italien. Die Leute möchten gerne hier bleiben aber sie finden keinen Job. Sodass sie ihre Familie verlassen müssen, um woanders ihr Glück zu suchen.

28 Jul

Mein letzter Tag in Turin

Gestern war ein wunderschöner Tag. Ich habe es geschafft früh aufzustehen und bin zu einem Treffpunkt gefahren, um mit anderen Menschen über „Couchsurfing“ Stadt-Sightseening zu machen.  Leider habe ich die Gruppe nicht gefunden und so habe ich mich allein auf den Weg gemacht. 

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Ein kleiner Pasta- Laden in der Stadt

Nach 3 Stunden des Spiels: “ Welchen Weg nehme ich jetzt? „, war ich wieder zu Hause.

Am Nachmittag habe ich mich spontan, mit einer Bekannten getroffen.  Wir haben uns vor 2 Tagen auf einer Feier kennengelernt.  Gemeinsam haben wir den ganzen Abend mit ihrem Freund und noch einer Freundin von ihr verbracht.
Sie haben mich so herzlich aufgenommen und mich zum Abendbrot auf ihrem kleinen Balkon einladen.

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Beim Abendessen haben sie mir soviel Regeln der italienischen Sprache erklärt. Natürlich habe ich alles versucht aufzuschreiben.
Gegen 10 Uhr habe ich dann, klüger und gesättigt(vorallem aber glücklich) die Wohnung verlassen, um mich mit Chiara zu treffen. 

Spät Nachts habe ich meine Sachen packen müssen.  Es fällt mir schwer diese wunderschönen Stadt hinter mir zu lassen. Ich habe die letzten Tage so genossen. Neue Menschen  und die Stadt besser kennengelernt.  Ich kam mir nie verloren vor oder hat Angst abends auf dem Weg nach Hause. 
Diese Stadt ist so voll von jungen Menschen, die sie beleben und dynamisch werden lassen.

Vor 9 Jahren war das noch nicht so. Turin war eher eine Stadt in der ältere Menschen lebten. Doch 2006 wurden die olympischen Spiele hier aufgetragen und so putzte sich die Stadt raus. 
Nun ist sie einer der größten Universitätsstadt Italiens. Menschen auf der ganzen Welt kommen hier her um Architektur oder Engineerwesen zu studieren.
Und dazwischen bin ich und genieße die Atmosphäre.

 

26 Jul

Concertino del Balconcino

Was für ein Tag. Da ich und Chiara gestern bzw. heute morgen um 4 Uhr uns von Paula und Felipe verabschiedet haben (siehe die Fotos auf der „Ciao, David“-Seite), war ich heute morgen sehr müde.
Um 13:30 Uhr traf ich mich mit Lorediana halbwach am „Via Po“.
Auf der Suche nach einem günstigen Salat, fanden wir ein nettes Restaurant.  Wir setzen uns und als der Kellner kam, um uns die heutige Speisen näher zu bringen (und deren Preise) , war es zu spät um zu gehen. 
Also bestellten wir beide einen Salat.
Nach 15 min. kam er angeschwebt. Ich hatte einen mit Oliven, getrockneten Tomaten und echten Büffel – Mozzarella. Lorediana hatte sich für einen Salat mit frittierten Eigelb entschieden.

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Da saßen wir also unterhielten uns, genossen das Essen und schmiedeten Pläne für den Nachmittag.
Irgendwann stellten wir fest, dass es schon halb 5 Uhr war.  Wir hatten über eine Stunde lang den Salat ganz langsam in uns hinein gefuttert. Ich kann jetzt sagen, ich bin eine richtige Italienerin, zumindestens was die Essgewohnheiten angeht.
Es hat mich sehr glücklich gemacht, ein tolles Gespräch zu führen und dabei lecker zu speisen.

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Danach sind wir zum Concertino del Balconcino (kleines Konzert auf einem kleinen Balkon) gegangen.
Das war so schrill, dass es mich an Berlin erinnert hat.
Kurz vor Einlass wurde über die Gegensprechanlage ein Text vorgetragen.  Es war auf italienisch und leider zu schnell für mich. Aber es war so etwas wie „Standup- Comedie“.
Danach wurden die Türen geöffnet und wir konnten im Innenhof Platz nehmen.
Schon ging es los. Eine schrille Sängerin trillate ins Mikrofon und die Band rockte (im wahrsten Sinne) das Haus.

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Das die Nachbarn das aushalten.

Auf dem Rückweg haben wir zwei alte Straßenbahn gesehen und uns von innen angeschaut.

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Später habe ich mich mit einem Bekannten getroffen und er hat zum Essen in einem Piamonte- Restaurant eingeladen.  Es war toll!

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Ziegenkäse mit einem Kleks Pesto(vorne) und rohes Fleisch (hinten, ein bisschen wie Mett)

Das Restaurant war sehr voll aber das Essen um so besser.

25 Jul

Nächte wie diese

Gestern habe haben wir gemeinsam mit Freunden von Chiara zu Abendbrot gegessen.

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Danach sind wir los gegangen zu einem kleinen Konzert. Es war eine atmenberaubende Stimmung.  Die Leute tanzen ausgelassen, lachten, pfeiften und schrien laut. Als ich begann zu tanzen,  hörte die Band auf zu spielen.  Soll mir das was sagen?

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Gegen 3 Uhr nachts waren wir dann Zuhause.  Dementsprechend war ich am nächsten Morgen um 11 Uhr, als ich mich mit Rebecka(ich kenne sie von der Farm) traf, sehr müde.
Das Eis hat trotzdem wunderbar geschmeckt.
Als ich wieder in der Wohnung ankam, schrieb mir ein anderer Freund (auch von der Farm) ,ob wir uns auf einen Kaffee treffen wollen. Er zeigte mir die Stadt, auf seine Weise, wir liefen von Ort zu Ort und er berichtete mir von der Geschichte der Stadt.

Gegen 10:30 Uhr abends traf ich mich dann mit mir unbekannten Menschen. Über Couchsurfing (erklärte ich später nochmal) planten Touristen und Stadt-Einwohner ein Spaziergang an Fluss „Po“ entlang.

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Ich habe interessante Menschen kennengelernt und gemeinsam sind wir 4 Stunden durch die Nacht gelaufen.
Völlig müde fiel ich um 2 Uhr ins Bett.

22 Jul

Die Monsters Italiens

Die gefährliche einheimische Fliege mit den grünen Augen

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picture by Google.de

Das erstmal als ich diesen merkwürdigen Gewesen begegnet bin, war ich auf einen Spaziergang durch den Wald unterwegs. 
Es kitzelte etwas an meinem Arm und ich hob ihn, um zu sehen was es ist.  Da saß sie, auf meiner Haut und starrte mich an. Ich begrüßte sie und wollte mir gerade in aller Ruhe die grünen Augen ansehen, als sie zubiss.
Vor Schreck schlug ich auf die Stelle, wo die Fliege saß, doch diese war schon längst weg.
Denn auch diese Art der Fliegenfamilie, hat die Fähigkeit, schneller als der Blitz zu verschwinden. 
Völlig verwirrt machte ich mich auf den Heimweg, um dort mehr über diese Kreatur rauszufinden. Es stellte sich raus, dass sie wirklich beißen. Doch nicht nur Menschen, sondern auch Tiere. Also es nicht nur schmerzhaft, sondern auch gefährlich. Denn wenn das kleine Monster vorher bei einem kranken Tier war, so können auch Erreger durch den Biss übertragen werden.

Das zweiteilige Unwesen

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Wenn ich diesem fliegenden Ungeheuer begegne bzw. es höre, stellen sich bei mir alle Häarchen auf. Ich weiß nicht, was ich so schrecklich an diesem Tier finde, aber vielleicht liegt es an der Große.  Es ist ungefähr so große wie ein kleiner Finger und brummt mächtig beim fliegen. Aber welche finde ich es auch so gruselig, wegen seinem Hinterteil.  Ist es nur durch eine dünne Körpermitte mit dem Kopf verbunden.  Dafür ist der hintere Körperteil um so größer. Wenn man genau hinsieht, läuft der hintere Teil spitz zu. Man könnte annehmen, dass sich dort ein Stachel befindet, aber dem ist nicht so.  Denn eigentlich macht es garnicht, außer gruselig auszusehen.

Natürlich gibt es dann auch noch die normalen Mücken, die mich ganz besonders gerne haben.  Also bin ich überall zerstochen.

Um mich erstmal davon zu erholen, bin ich nun in Turin und genieße die Zeit. Keine Arbeit, keine früheres Aufstehen und machen was man will.  Das leben kann so schön sein. 

20 Jul

Letzter Arbeitstag und meine Zukunft?

Heute  war meine (vorerst) letzter Arbeitstag und der begann sehr entspannt. 
Gestern kam die ganze Familie zum Abendbrot zusammen.

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Da es sehr spät würde, durfte ich bis um 8 schlafen.  Eigentlich hätte ich dann um 9 Uhr mit der Arbeit begonnen, doch alle waren noch ein wenig verschlafen und so kamen wir um 10 Uhr auf dem Feld (10 Minuten Fahrweg) an. Gegen 12 Uhr packen wir dann wieder ein.  Das war wirklich erholsam.

Nach dem Mittagessen werde ich meine Sachen gepackt, denn morgen früh um 7 Uhr geht es zurück nach Turin.

Wo ich zu der Frage komme, wie geht es weiter:
Ich habe meine Pläne komplett geändert,  denn eigentlich würde ich am 28 . Juli runter nach Lecce fahren.  Dort hatte ich meine zweite Farm. Ich habe mich mit einigen Italiener unterhalten und alle haben mir geschildert, dass es im August unten in Lecce schrecklich heiß ist.  Da ich dort aber nicht nur Urlaub machen wollte, sondern auch 8 Stunden im Olivenbäumen gearbeitet hätte, musste ich mich entscheiden. 
Für mich stand fest, dass ich nicht nach Lecce gehen kann, denn die Hitze hier ist für mich teilweise schon schwer aufzuhalten.

Also werde ich am 28. Juli nochmal auf meine jetzige Farm zurückkehren. Dabei hatte ich wirklich Glück, weil momentan alle Farmen ausgebucht sind.  Aber der Wwoofer, der eigentlich im August anfangen wollte, hat sich nicht mehr gemeldet.
So ist der Platz für mich „frei“ gewesen. 

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Voraussichtlich werde ich bis zum 24. August hier bleiben, um dann nach Mailand zu fahren.  Ich bin am überlegen, ob wenn ich in Mailand bin, nicht gleich die Expo 2015 besuchen sollte. Sie scheint sehr interessant zu sein, ist aber auch schön teuer für einen Tag.  Nach mal schauen…

19 Jul

Ein typisch italienisches Abendessen?

Gestern dürfte ich mit Bruno zur Milenas Familienfeier. Das bedeutet, dass wir uns gegen 19 Uhr in das 20 min. entfernte Giovani aufmachten.
Dort hießen uns die Omas, Opas und Tanten und Onkels willkommen.

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Das Abendessen begann und wollte nicht aufhören.  Dabei würde gelacht, liebevoll gestritten und gescherzt.  Leider habe ich es noch nicht gelernt, dass nach der Vorspeise der erste Hauptgang kommt und dann natürlich der zweite. Danach folgen die Süßigkeiten.
Ich stopfe mich schon beim ersten Gang so voll, dass kaum noch Platz ist, für andere tolle Sachen.

Gestern habe ich mich so von der Laune anstecken lassen, dass ich mehr gegessen habe, als ich eigentlich wollte.

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Als die Turmuhr halb 12 schlug, machten wir uns vollgefressen, auf den Weg nach Hause.  Ich fühle mich ein wenig wie eine kleine Bombe. Aber ich war glücklich.

16 Jul

Pflänzchen zudecken

Heute habe wir die eingesetzten Jungflanzen mit Kompost zudecken.

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Das war komischer Weise ziemlich anstrengend.  Der Kompost wurde mit einer Schubkarre über die Straße gefahren und dann mit einer Schübe um die einzelnen Pflanzen verteilt. Unser Glück war es, dass es bis um halb 11Uhr bewölkt war.

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Abends waren wir alle zusammen und haben irgendwie die ganze Zeit rumgealbert.  Das könnte ich sehr genießen. Zum Abendbrot gab es dann gefüllte Tomaten und Paprika.  Sehr lecker!

14 Jul

Reihe für Reihe

Heute ist wieder ein länger Tag voller Arbeit.  Von um 5 Uhr bis hoffentlich nur 7 Uhr abends.  Dafür habe ich am Donnerstag Vormittag und Freitag frei. 
Dann sind die 3 Wochen auf der ersten Farm schon um. Doch dazu später mehr. 
Es war wichtig, dass wir heute die Zucchini und restlichen Tomaten einpflanzen, weil sie schon seit letzter Woche gekauft sind und darauf warten, eingegraben zu werden.
Beim Einsetzen der Pflanzen muss es schnell gehen, denn um 8 Uhr steht die Sonne schon hoch am Himmel.

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Zwar freuen sich die Sonnenblumen über jeden Sonnenstrahl, den sie erhaschen können.  Aber für die Jungflanzen ist das „lebensgefährlich“. Denn sie sind noch so klein,  das sie schnell austrocknen. 
Das bedeutet,  tausende von Pflanzen in Rekordzeit einbudeln.  Dann muss man vorbereitet sein:

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Zwei Schüben in der linken Hosentasche und eine Messstab in der rechten. 
Links neben mir seht ihr schon, die Reihe von „zum einbudeln fertig“ Pflanzen. 

Denn der erste Schritt ist, die Linie ziehen

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Leider erkennt man es nicht so gut. Von einer Seite zur anderen ist ein Schnur gespannt, die anzeigt, wo die Pflanzen eingegraben werden sollen. 
Dann kommt der Messstab zum Einsatz.  Mit ihm messe ich den Abstand zwischen den einzelnen  Pflanzen ab und positioniere sie eine nach dem anderen.
Sind wir (heute waren wir zu dritt) mit der Reihe fertig, geht es ans einsetzen.
Jeder ist mit einer Schübe bewaffnet, schnell ein Loch gegraben, Pflanzen reinlegen, festdrücken (ganz wichtig!!) und mit Erde zuschütten.

So geht es von Reihe zu Reihe vorwärts. Für eine „Linie“ (kommt natürlich auf die Länge an, sagen wir mal ca. 60 Meter) brauchen wir ca.  45 Minuten.

Nach getaner Arbeit gibt es eine kalte Dusche für die Füße und die Arme aus dem Gartenschlauch. Danach fühlt man sich lebendig, erfrischt und fit. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir das Auto nicht ganz so verschmutzen.
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Als Belohnung gibt es einen wundervollen Erdbeere- Blaubeeren-Kuchen.
Sehr lecker. Denn werde ich Zuhause auch mal ausprobieren.

11 Jul

Der Feenwalt

Auch ich habe dieses Wochenende komplett frei. Deswegen habe ich den Vormittag gleich genutzt und habe meine Sachen gepackt für einen kleinen Spaziergang.  Vor einem Jahr ist hier in der Nähe eine Straße abgerutscht, sodass man sie nicht mehr befahren kann. Für Fußgänger ist das jedoch kein Problem und ich wollte mir die Strecke gerne ansehen. 
Als ich auf der anderen Seite der Straße ankam, führte ein kleiner Weg in den Wald und weil er so interessant aussah, beschloss ich ihn zu nehmen.

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Nach einer Weile kreuzte der Weg einen Fluss.  Ich kletterte ein kleines Stück hinunter zum Wasser und auf einmal stand ich in einer anderen Welt.
Durch die Bäume rieselten die Sonnenstrahlen und ließen das Wasser glitzern.  Schnell bemerkte ich das ihr etwas anders war… ich war nicht allein.
Plötzlich sah ich sie. Die kleinen Wesen die sich zu hunderten auf den Blättern und Gläsern nieder gelassen hatten.

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Sie leuchteten blau, lila, grün und golden. Nun würde mir klar, dass sie sich an so einem wunderschönen Ort geborgen und beschützt fühlen können. Ich hatte die Gelegenheit sie ausgiebig zu beobachten.

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Wenn man ganz genau hin hörte, hätte man sich einbilden können, Sie leise pflüstern zu hören:“Sie ist so groß! Woher kommt Sie wohl?“
Aufgeregt flogen sie von einem Blatt zum nächsten.  Manchmal saßen 5 zusammen auf einem Ast und strahlten vor sich hin. 
Das plätschern von Fluss erschien mir beinah wie eine Melodie. 

Da stand ich nun umgeben von diesen wunderbaren Geschöpfen, die dicht an mir vorbei flogen.  Fast so als wäre es völlig normal, dass ich mich an diesem Ort befand.

Aber auch kleine Fische schwammen in dem klaren Fluss und schnappten immer mal wieder nach Luft.  Die kleinen Wasserspinnen liefen über die Wasseroberfläche und erzeugten dabei kleine Wasserwirbel.

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Na einer Weile verlies ich wieder diese Zauberwelt, denn das Mittagessen rief…